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Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent und schließt mit dem Ewigkeits- oder Totensonntag. Das Kirchenjahr liegt also nicht parallel zum Kalenderjahr, das am 1. Januar beginnt, das Naturjahr wiederum  beginnt mit dem Frühling.

Der 1. Adventssonntag leitet eine Zeit des Wartens auf die Menschwerdung Gottes ein, also auf Weihnachten, wenn das Kind in der Krippe uns zeigt, dass Gott unsere Natur vollständig teilt. Zur Adventszeit, die früher eine Fastenzeit war, gehört eine bestimmte Farbe: das VIOLETT. Wir sehen es in der Kirchditmolder Kirche am Altar. Dort hängt in der Adventszeit und in der Passionszeit vor Ostern ein violettes Tuch, ein Antependium, am Altartisch. Das Violett ist eine vieldeutige Farbe. Es ermöglicht ganz  verschiedene Assoziationen: am gotischen Kirchditmolder Abendmahlskelch ist es in den violetten  Amethystedelsteinen sichtbar: im Griechischen bedeutet a-methystos nicht der Trunkenheit dienend, das heißt, wer den Abendmahlswein trinkt, tut dies nicht aus Gründen der Berauschung, sondern der Gotteserkenntnis. Violett hat also traditionell mit Enthaltung zu tun, in der Passionszeit mag auch die Erinnerung an das vergossene Blut der Opfer von Bosheit, Verfolgung und Gewalt von Jesus bis in die Gegenwart hinzukommen. Vor Weihnachten und Ostern wird das violette Tuch gewechselt. Der Todestag Christi, der Karfreitag, ist im SCHWARZ abzulesen. Die Christusfeste Weihnachten und Ostern haben die Farbe WEISS. Weiß ist die Farbe der Erneuerung, des völligen Neuanfangs, der Auferstehung. Doch  gelegentlich fällt uns die Farbe ROT ins Auge: zu den Konfirmationen, an Pfingsten und am Reformationsfest hängen wir ein rotes Antependium auf. Mit Rot, der Farbe der Liebe, werden die Kirchenfeste gekennzeichnet, denn sie sind Feste einer Gemeinschaft, die zusammengehört in Liebe. Weite Zeiten des Jahres ist aber die Farbe GRÜN zu sehen, vor allem vom Trinitatisfest im Frühjahr bis zum Spätherbst. Das Grün ist die Farbe der Hoffnung, dass Gott unser Leben erneuert und uns immer wieder Kraft schenkt.

So ist das Kirchenjahr an den Farben der Gestaltung des Altarraums abzulesen. Die Farbsymbolik ist uns auch heute vertraut: das weiße Brautkleid oder Taufkleid, das farbig verschieden leuchtende Festkleid, das schwarze Trauerkleid. Sie symbolisieren Seelenzustände und Grundstimmungen, die im Kirchenjahr immer wieder entfaltet werden.

Thomas Benner